Beschreibung

Warum „Theoretical Linguistics: Dynamics and Variation“?

Vorrangiges Ziel des Masterstudiengangs „Theoretical Linguistics: Dynamics and Variation“ ist, die Studierenden des Studiengangs auf eine Promotion und möglicherweise weitere wissenschaftliche Karriere im Bereich der theoretischen Linguistik vorzubereiten. Eine solche erfordert nicht nur ein breites und tiefes Wissen in der theoretischen Syntax, sondern auch methodische Kompetenzen, erste Erfahrungen in der Durchführung sprachwissenschaftlicher Projekte und idealerweise einen frühen Kontakt zur linguistischen Szene. Aus diesem Grund fußt das Programm dieses Masterstudiengangs auf drei Säulen:

  • einer Vertrautheit mit linguistischen Theorien und Konzepten,
  • einer grundlegenden Kompetenz in methodischen Verfahren und
  • einer Anwendung dieser Kompetenzen in einem Phänomenbereich

Diese drei Säulen bilden sich in der Studienordnung auf verschiedene Module und Veranstaltungstypen ab, die wir im Folgenden kurz erläutern möchten.

Vertrautheit mit linguistischen Theorien und Konzepten

Sie beginnen Ihr Studium in der Regel mit dem Modul „Advanced Topics in theoretical Linguistics“ (AT), das Ihnen ein breites Wissen über linguistische Phänomene und Theorien zu deren Modellierung in den Kernbereichen der Linguistik vermittelt, also in der Syntax, Morphologie, Phonology, Semantik und Pragmatik. Die Bezeichnungen „Advanced Topics in Theoretical Syntax / Morphology“ etc. sind dabei Platzhalter für konkrete Lehrveranstaltungen, die ganz unterschiedliche Titel haben können. Welche Lehrveranstaltungen diesen Veranstaltungstypen jeweils zugeordnet sind, können Sie dem LSF entnehmen, über das Sie sich auch zu den Veranstaltungen anmelden. Bitte beachten Sie, dass generell Lehrveranstaltungen, die der Anglistik zuzuordnen sind, grundsätzlich auf Englisch durchgeführt werden, und Lehrveranstaltungen, die der Germanistik zuzuordnen sind, grundsätzlich auf Deutsch. Ist eine Lehrveranstaltung einer dritten Fachrichtung zuzuordnen, dann entnehmen sie die Unterrichtssprache bitte dem Kommentar.

Grundlegende Kompetenz in methodischen Verfahren

Erste und weiterführende Erfahrungen in der Durchführung sprachwissenschaftlicher Forschungsprojekte können Sie in den Modulen „Advanced Methods in Theoretical Linguistics“ (AM) und „Further Explorations in Theoretical Linguistics“ (FE) sammeln.

Im Modul AM haben Sie die Wahl, ob Sie eher in einer experimentelle Studie Daten erheben oder einen Korpus auf ein bestimmtes Phänomen hin untersuchen wollen. Hierfür haben wir eigens einen neuen, dreistündigen Veranstaltungstyp „Projektorientiertes Hauptseminar“ kreiert. In Veranstaltungen dieser Art werden Sie ein eigenes kleines Projekt konzipieren und durchführen. Nach dem Motto „Learning by Doing“ lernen Sie dabei Experimente zu designen, systematisch Korpora zu durchsuchen, Ihre Ergebnisse statistisch auszuwerten und zu präsentieren.

Das Modul FE dagegen ist gedacht, Sie näher an die aktuelle Forschung heranzuführen, idealerweise indem Sie eine Sommer- oder Herbstschule besuchen, wie sie in der Linguistik von vielen Institutionen (DGfS, ESSLI, GLOW etc.) angeboten werden. Sollte ein solcher Besuch — aus welchen Gründen auch immer — nicht möglich sein, werden als Alternative Veranstaltungen angeboten, die Sie mit Klassikern der Theoretischen Linguistik vertraut machen.

Anwendung in einem Phänomenbereich

Ein vertieftes Wissen über linguistische Theorien und Methoden ist natürlich wichtig und die Basis von allem. Auf der anderen Seite möchte und muss man natürlich ein bestimmtes inhaltliches Profil ausbilden. In diesem Master bieten wir Vertiefungen in zwei Bereichen an, die wir „Dynamics“ und „Variation“ genannt haben. Unter „Dynamics“ fallen generell dynamische Phänomene in der Grammatik und dem Gebrauch (wie z.B. anaphorische Prozess oder die Entwicklung von Topics in einem Text), aber auch der Erst- und Zweitspracherwerb und die Sprachverarbeitung. Der Bereich „Variation“ deckt neben diachronen Entwicklungen auch dialektale Variation und neuere Kommunikationsformen ab. Möchten Sie sich nicht auf einen der beiden Bereich festlegen, dann können Sie auch Veranstaltungen beider Bereich kombinieren. Am Ende müssen sie auf jeden Fall 3 Veranstaltungen im Modul DV erfolgreich belegt haben.

Die Masterarbeit

Ihr Studium schließen Sie mit einer Masterarbeit ab. Damit Sie diese möglichst strukturiert vorbereiten können, werden Sie spätestens zum 3. Fachsemester ins Masterkolloquium eingeladen, um dort Ihre Idee(n) für die Masterarbeit vorzustellen. Im 4. Fachsemester stellen Sie dann nochmals Ihre dann fortgeschrittene Arbeit zur Diskussion und erhalten hoffentlich wertvolles Feedback von Ihren Kommilitioninnen und Kommilitonen, den Doktoranden und Ihren Betreuern.